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Livetime Konzertberichte


Night of the Proms

Nicht umsonst sind die seit 1994 in Deutschland stattfindenden „Night of the Proms“-Konzerte ein Höhepunkt im Konzert-Jahr.
Am 09.12.2008 war es in Stuttgart so weit. Mit 84 Lautsprechern, über 200 Scheinwerfern, 7 LED-Wänden zwei Videoprojektionen und einem 72-köpfigen Orchester wurde ein Aufwand betrieben der alleine schon den Eintrittspreis wert war. Die Kombination von Pop und Klassik kam beim Publikum in Stuttgart erstaunlich gut an. Es schien niemanden zu stören, jetzt einen Walzer zu tanzen und ein paar Minuten später zu den Oldies zu gröhlen, die von den mitgereisten „Proms“ reichlich dargeboten wurden.
 
Kim Wilde, 10CC, Tears for Fears, Dennis DeYoung (Styx) und Robin Gibb waren die Stars des Abends. Unterstützung fanden sie im Angels in Harlem Gospel Choir, den Solomusikern Igudesman & Joo und dem schon erwähnten Orchester Il Novecento.
Tears for Fears hatten sich sogar die Mühe gemacht neue Versionen Ihrer berühmten Songs zu schreiben. So wurde beispielsweise "Mad World" vom Gospelchor gesungen und für großes Orchester neu instrumentiert.
Gänsehaut !!!!!!
Aber auch die anderen „Proms“ tragen diesen Titel nicht von ungefähr. Gesanglich haben sie es noch allemal drauf und so mancher Möchtegroß könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.
Aber, wie so oft, kein Konzertbesuch ohne eine kleine Kritik.
Robin Gibb kam als letzter und verschwand als erster. Bei Liedern wie Juliet oder Staying Alive fing er gleich mal zwei Oktaven tiefer an und überließ die berühmte Kopfstimme der Bee Gees gleich ganz 10CC. Beim großen Finale verschwand er sofort von der Bühne während die anderen noch gemeinsam im Chor einen Beatles Song zum besten gaben. Eine Werbung für sein Solokonzert im Frühjahr in der Schleyer-Halle war das jedenfalls nicht.
Ach ja, Thema Schleyer-Halle: die ist ja für ihren suboptimalen Klang hinlänglich bekannt, um so größer ist die Leistung der Tontechniker hervor zu heben die es geschafft haben, mit riesigem Aufwand aus dieser Akustikruine einen Konzertsaal zu machen. Dafür vielen Dank.
Die Termine für das nächste Jahr stehen bereits fest und wer sich dafür interessiert kann einfach oben auf den Link klicken.

Fazit:

Drei Stunden klasse live Konzert, was will man mehr?

BeFi

Roger Cicero


Kleine Quizfrage am Anfang: Was haben Open-Air Konzerte von Roger Cicero und das Festival Schloss Kapfenburg gemeinsam? Na, wer kommt drauf?
Richtig, es ist das Wetter - das schlechte, um genauer zu sein. Glücklicherweise war der 23. Juli der einzige Tag des "Festivals Schloss Kapfenburg 2008" der vom Regen verschont blieb.
Der 38-Jährige ließ von Anfang an nichts von seinen Qualitäten als Entertainer vermissen. Denn schon mit seinem Opener "Die Liste“ von seinem aktuellen Album "Beziehungsweise“ zog er fast das gesamte Publikum in den Bann seines Könnens und erhielt tosenden Applaus. Ebenso fiel schon bei diesem Titel auf, dass die Soundtechniker mal wieder ganze Arbeit geleistet hatten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man nicht nur den Sänger, sondern auch die fantastische Big Band, bei der jedes Mitglied gleichsam seine Daseinsberechtigung hat, ins rechte Licht rücken musste.

Nach dem ersten Block und einer ca. viertelstündige Pause kam Roger Cicero mit einigen Titeln vom ersten Album zurück. Besonders hervorheben sollte man dabei "Wenn sie dich fragt“, bei dem sich der Swinger munter unters Publikum mischte. “Filmen Sie ruhig weiter“ und "Sie können mich ruhig anblasen“ waren nur zwei der spontanen Kommentare. Bald darauf war zu spüren, dass es jetzt langsam aber sicher dem Ende zu ging, denn die großartigen Momente gaben sich die Klinke in die Hand.
Jedoch hatte Cicero noch ein ganz besonderes, individuelles Bonbon für das Publikum auf der Kapfenburg auf Lager. Umrahmt von einem Kontrabass-Solo, scattete und improvisierte er fast zehn Minuten lang Variationen um das Thema Lauchheim und Kapfenburg. Speziell hier konnte jeder merken, dass die derzeit bekannteste Swing-Größe Deutschlands tatsächlich jedes Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis machen möchte, das man als Zuschauer so schnell nicht mehr vergisst. Als das Solo zu Ende war, vergaß er außerdem nicht, den Kontrabassisten nochmals zu loben - so wie er es mit jedem anderen seiner Musiker tat.
Mit seiner ersten Single "Zieh’ die Schuh’ aus“ beendete Cicero dann den zweiten Block, um selbstverständlich kurz darauf zu einer ausführlichen Zugabe zurückkehren, die aus seiner Liebeskummer-Ballade "Ich atme ein“, dem Sinatra-Cover "Schieß’ mich doch zum Mond“, einem Medley verschiedener Songs und schließlich seinem Mega-Hit "Frauen regier’n die Welt“ bestand.

Roger Cicero und seine grandiose Big Band, zeigten sämtliche Qualitäten, die ein Entertainer nicht vermissen lassen darf – stimmliche Brillanz, instrumentales Können, gekonnten Witz und natürlich eine Aura, die keinen, der ihn an diesem Abend erleben durfte, unberührt lassen konnte.
Auch wenn das vielen nicht passt, ist er unbestritten einer der besten Entertainer und Live-Künstler dieses Landes – und somit eben doch unsere Antwort auf Frank Sinatra.

Fazit:

Stimmlich und musikalisch eines der Highlights jedes Musikregals. Live eine GANZ GROßE NUMMER.

Timo

Joe Cocker


Stuttgart, 28.10.2007, Punkt 20:00 Uhr...
war es soweit, das Licht in der ausverkauften Schleyer-Halle ging aus und die Vorgruppe begann mit Ihrem Programm. Längst waren nicht alle Konzertbesucher, (offensichtlich sind einige Konzrtbesucher des lesens nicht mächtig, auf der Eintrittskarte war deutlich zu lesen "Beginn 20:00 Uhr"), auf Ihren Plätzen und irrten nun in der dunklen Halle umher um, über die Füße der anderen stolpernd, Ihren Platz zu erreichen. Zwei Songs der sich mühenden Vorband später hatten es sogar die letzten geschafft Ihren mit rund 45€ bezahlten Platz zu erreichen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten auf, sagen wir mal Temperatur zu kommen, ging das Publikum dann aber richtig mit, nur um nach der Vorband eine halbe Stunde darauf warten zu müssen den Meister endlich sehen zu dürfen. Da war die Temperatur schon wieder merklich abgekühlt. Dann aber ging es los. Joe Cocker spulte routiniert und professionell sein Programm ab, wobei er sehr behutsam neues mit altem mischte. Seine Backround-Sängerin hatte eine etwas gewöhnungsbedürftige Stimme und sorgte mit Ihrem Solo zumindest in meiner näheren Umgebung für ein paar Lacher.
Dass man von der Schleyer-Halle akustisch keine Höhenflüge erwarten darf ist ja allgemein bekannt. Auch mit noch so großem technischem Aufwand klingt es halt wie in der Schleyer-Halle.
Spätestens jedoch bei „You can leave your hat on“ hatte sich das ganze Publikum aus der zuvor bereitgestellten Bestuhlung erhoben und klatschte, grölte und tanzte mit. Äußerst störend, wofür man Joe Cocker jedoch keine Schuld geben kann, waren einige Besucher die just in dem Moment als Joe Cocker begann seine Zugaben zum Besten zu geben die Halle verließen. Für so ein Verhalten kann es nur zwei Gründe geben .

1)
Ihnen hat das Konzert nicht gefallen und sie wollten nicht unhöflich sein und während der offiziellen Veranstaltung die Halle verlassen. (Wobei die Zugabe ja eigentlich auch offiziell ist und Ihr Verhalten somit einer gewissen Unhöflichkeit nicht entbehrt).

oder

2)
Sie wollten dem zu erwartenden Stau, der sich stets nach jeder Veranstaltung auf dem Wasen bildet, zuvor kommen um rechtzeitig zu Hause zu sein.
In diesem Falle hätten diese Leute doch gleich draußen warten können bis die Veranstaltung vorüber ist und nicht denjenigen, die das ganze Konzert sehen wollen, die Stimmung versauen. Am besten wäre vielleicht sogar gewesen diese Leute wären gleich ganz zu Hause geblieben. So hätten sie dem Stau aus dem Weg gehen können, wären rechtzeitig zu was auch immer zu Hause gewesen und hätten bei Freunden, Kollegen oder Bekannten mit der Eintrittskarte herum wedeln können um anzugeben . „Ich war bei Cocker, war echt ein cooles Konzert“. Die Ecke um die Karte zu entwerten hätten sie ja selbst abreißen können. Ihr Ego wäre befriedigt und alle anderen hätten ein Konzert bis zum Schluss genießen können. Schade, das es solche Leute gibt.

Fazit:

Joe Cocker der Altmeister ist allemal einen Konzertbesuch wert.

BeFi

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letztes update 10.12.2008
 
   
     
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